Die Stiftung Erinnern Ermöglichen versteht sich als Brücke zwischen der Erinnerung an die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte und dem Engagement junger Menschen für eine humanere Zukunft. Im Mittelpunkt steht die Überzeugung, dass das Wissen um vergangenes Unrecht eine Grundlage bildet, um Verantwortung in der Gegenwart zu übernehmen. Durch Bildung, Begegnung und kritische Auseinandersetzung entsteht ein Raum, in dem Erinnerung nicht belastet, sondern Orientierung schenkt und zu bewusstem Handeln ermutigt.
Gedenkstättenfahrten nach Auschwitz, Majdanek und zu weiteren ehemaligen Vernichtungsstätten im heutigen Polen bilden einen zentralen Baustein der Arbeit. Solche Reisen ermöglichen Jugendlichen und Schülerinnen und Schülern einen direkten Zugang zu den Orten des Geschehens und lassen Geschichte jenseits von Büchern konkret erfahrbar werden. Die Auseinandersetzung mit den Lebensumständen der Opfer, den Strukturen der Verfolgung und den Stimmen der Überlebenden schärft das Bewusstsein dafür, wie zerbrechlich demokratische Werte bleiben.
Die Förderung solcher Fahrten erfolgt nach klar formulierten Richtlinien, die Transparenz und Gerechtigkeit gewährleisten. Schulen, Jugendgruppen und Bildungsträger können Förderanfragen stellen und erhalten Beratung zu Förderkriterien, Antragsverfahren und organisatorischen Fragen. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass finanzielle Mittel jene Projekte erreichen, die einen besonders sorgfältigen pädagogischen Rahmen bieten und sich nachhaltig mit den historischen Themen auseinandersetzen.
Beratung und Vermittlung sind eng miteinander verzahnt. Über langjährige Kontakte zu erfahrenen Veranstaltern und Trägern von Gedenkstättenfahrten werden Hilfen bei der Planung, Durchführung und Auswertung von Studienfahrten angeboten. Die Stiftung sieht sich dabei als Lotse, die pädagogische Begleitung, logistische Hinweise und inhaltliche Inspirationen bündelt, damit jede Fahrt fachlich fundiert, organisatorisch verlässlich und menschlich berührend verläuft und ihre Wirkung über den Moment der Reise hinaus entfaltet.
Die Auswertung der geförderten Fahrten bildet ein weiteres wichtiges Element. Jugendliche berichten in Dokumentationen und bei Veranstaltungen von ihren Eindrücken, Fragen und Lernerfahrungen. Solche Rückmeldungen verdeutlichen, wie tief Begegnungen mit den Gedenkstätten wirken, welche Themen die Teilnehmenden beschäftigen und wie sich Erinnerung in kreative Projekte, Diskussionen im schulischen Umfeld oder langfristiges ehrenamtliches Engagement verwandelt. So entsteht ein lebendiger Kreislauf aus Erfahrung, Reflexion und Weitertragen.
Zeitzeugen und ihre Berichte nehmen eine besondere Stellung im Selbstverständnis der Stiftung ein. Die Erzählungen Überlebender bewahren jene Wahrheit, die sonst zu verschwinden droht, und verdeutlichen, was Primo Levi in einem viel zitierten Wort sinngemäß ausdrückt: Es ist geschehen, folglich kann es sich wiederholen. Indem die Stiftung Begegnungen mit Zeitzeugen unterstützt und deren Worte dokumentiert, hilft sie, dieses Wissen gegen das Vergessen zu verteidigen und an kommende Generationen weiterzugeben.
Persönliche Zeugnisse wie jenes von Philomena Elsner stehen beispielhaft für jene Stimmen, die nicht verstummen dürfen. Solche Aufzeichnungen berühren, lehren und tragen dazu bei, dass junge Menschen begreifen, wie reich und zugleich wie verletzlich das Leben ist, und dass Hassen verlernt und Lieben neu gelernt werden kann. Die Stiftung sieht es als ihre Aufgabe an, diese Stimme zu achten, zu verbreiten und in Bildungsangebote einzubinden.
Die Vernetzung mit Schulministerien, Landesregierungen und weiteren Partnern sichert die strukturelle Tragfähigkeit der Stiftungsarbeit. Seit der Gründung im Verbund mit der Bethe-Stiftung und mit Unterstützung nordrhein-westfälischer Stellen konnten zahlreiche junge Menschen erreicht werden. Diese institutionelle Verankerung ermöglicht verlässliche Förderung, kontinuierliche Weiterentwicklung der Programme und die Sicherung von Qualität in der historisch-politischen Bildung über viele Jahre hinweg.
Aktuelle Informationen, Hinweise zu Veranstaltungen, Blogbeiträge und Neuigkeiten ergänzen das Angebot und laden zum Mitgestalten ein. Die Stiftung freut sich über Interesse, Austausch und die vielfältigen Formen, in denen sich Engagierte einbringen möchten. Datenschutz, Impressum und transparente Richtlinien bilden dabei das vertrauenswürdige Fundament, auf dem alle Angebote ruhen und auf dem gemeinsames Erinnern, Lernen und Handeln wachsen können.