Der Geschichtsunterricht in Deutschland ist offenbar nicht ausreichend: Nur 59 Prozent der Schüler ab 14 wissen, dass Auschwitz-Birkenau ein Konzentrations- und Vernichtungslager war.

95 Prozent der Deutschen finden es sehr wichtig oder wichtig, dass Schüler in der Schule Geschichtsunterricht haben. Die meisten wünschen sich einen Unterricht, der dazu befähigt, Inhalte kritisch hinterfragen (93 Prozent) und Lehren für die Gegenwart ziehen zu können (92 Prozent). Die gleichen Prioritäten setzen auch Schülerinnen und Schüler, wenn es um Geschichtsunterricht geht. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die Forsa im Juli und August 2017 im Auftrag der Körber-Stiftung durchgeführt hat. Aus Sicht der Jugendlichen dominiert im Geschichtsunterricht heute immer noch die reine Wissensvermittlung historischer Namen, Daten und Fakten.

Die Umfrage zeigt auch , dass es bei der Vermittlung von Geschichtswissen Defizite gibt: Weniger als die Hälfte der 14- bis 16-jährigen Jugendlichen (47 Prozent) weiß, was Auschwitz-Birkenau war. Immerhin 71 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die 17 Jahre und älter sind, wissen, was sich hinter dem Ortsnamen verbirgt. »Mit Sorge beobachten wir, dass es in der Mittelstufe in immer weniger Bundesländern Geschichte als eigenständiges Schulfach gibt. Dies ist für mich einer der Gründe, warum erschreckend viele Schüler das Konzentrationslager nicht kennen«, so Sven Tetzlaff, Leiter des Bereichs Bildung der Körber-Stiftung. »Ein weiterer Grund: Der Stundenumfang für Geschichte wird immer geringer. Diese Entwicklung muss gestoppt werden.«

Quelle: Körber Stiftung